Microformats

Das Wort Microformats verwende ich auf zwei Arten: Einmal als Gattungsbegriff und einmal als Bezeichnung für eine konkrete Technologie. Beides soll im folgenden kurz erläutert werden:

Microformats als Gattungsbegriff

Als Gattungsbegriff umfasst “Microformats“ all jene Techniken die für Menschen sichtbare und interpretierbare Informationen maschinenlesbar machen. Speziell für HTML-Seiten ist eine solche Aufwertung der Informationen durch die namens-gebende Technologie in den letzten Jahren populär geworden.

Außer den ursprünglichen Microformats gibt es zwei weitere mir bekannte Technologien die ein ähnliches Ziel verfolgen: RDFA und Microdata.

Microformats als Technik

Unter microformats.org werden die Bestrebungen rund um Mikroformate gebündelt. Dabei geht es darum mit den Mittel die HTML bereitstellt die bereits vorhandenen Informationen maschinenlesbar zu machen. Anders als etwa RDFA wird dabei die Syntax von HTML nicht erweitert. Stattdessen werden die Freizügigkeiten bei den Werten von einigen Attributen, besonders “class” und “rel”, ausgenutzt um über festgelegte Bezeichner und deren Reihenfolge im Markup Informationen auszuzeichnen.

Auf diese Weise sind bei microformats.org einige konkrete Formate entstanden die verschiedene Arten von Informationen darstellen. Einfache Formate beschreiben lediglich das Ziel eines Linkes näher oder dienen der Suchmaschinensteuerung: einige Beispiele sind rel-license, rel-nofollow, rel-tag. Andere Spezifikationen sind komplexer und bestehen aus einer Abfolge von Auszeichnungen die zusammen eine Visitenkarte, oder einen Kalendereintrag repräsentieren.

Nutzen und Tools

Um einen Nutzen aus Mikroformaten zu ziehen bedarf es Tools — wer veröffentlicht schon gerne Informationen die zwar Maschinen verstehen aber nicht mehr verlassen.

Für Firefox gibt es zwei Plugins, Operator
und Tails Export, die verschieden Microformats anzeigen und weiterverarbeiten können. am Interessantesten für mich ist die Möglichkeit Kontaktadressen und Kalendereinträge exportieren zu können um sie in sein Adressbuch oder den eigenen Kalender zu übernehmen.

Für andere Browser gibt es ein Javascript-Bookmarklet das diese Funktion bereitstellt. Leider muss man dieses immer auf gut Glück betätigen da man ja nicht weiß ob sich irgendwo ein Microformat verbirgt.

Einen anderen Ansatz wählt microform.at. Diese Seite stellt einen Service zur Verfügung der unter Angabe einer URL die dahinter liegende Seite nach Microformats durchsucht und anbietet verschiedene Transformationen darauf anzuwenden.

Anwendung auf “Human Injection”

Auf “Human Injection” verwende ich neben den gängigen Formaten auf Basis des rel-Attributes (rel-tag, rel-license und rel-nofollow) hAtom. Damit ist es möglich die Artikellisten nach Kategorie oder Tags in Atom-Newsfeeds umzuwandeln. Dies gelingt z.B. mit microform.at. Natürlich ist das nur eine Spielerei da ich gleichzeitig Atom- und RSS-Feeds mit dem selben Inhalt anbiete. Aber da Textpattern dieses Microformat standardmäßig mitbringt musste ich auch nicht viel investieren.